Düsseldorf Mörsenbroich, Dankeskirche

Bauzeit: 1950
Standort: Brehmstraße 110
Architekt: Otto Bartning
Konfession: evangelisch lutherisch

Die Dankeskirche war eine von 43 Bartning-Notkirchen des Typ A und B, welche allesamt in den 1940er und 1950er Jahren im Bundesgebiet errichtet worden waren. Drei dieser Kirchen wurden noch im 20. Jahrhundert durch Kirchenneubauten ersetzt oder sie machten, wie die Dankeskirche, Platz für das ARAG-Terrassenhaus, einem Büro- und Geschäftskomplex, an dessen Stelle heute der ARAG Tower steht.
Drei weitere der 43 Notkirchen erfuhren die Umnutzung zum Gemeindehaus. Alle drei existieren heute noch.
Vom Typ D und Typ Diasporakapelle entstanden über 50 weitere Kapellen und Gemeindezentren, von welchen noch heute ca. 46 – nicht immer als Kirche – erhalten sind. Zum Translozieren geeignet, befinden sich heute allein 9 dieser Kirchen an anderen Standorten und wurden an andere Gemeinden verkauft oder sogar verschenkt, wie die Notkirche von Wachtendonk.
Auch Umnutzungen gab und gibt es unter den Notkirchen: Diskothek, Gemeindewechsel, Wohnhaus, Gemeindehaus aber auch die Museale Nutzung für ein Freilichmuseum stellen eine Bandbreite da, wie sie auch sonst im Nutzungsspektrum des Kirchenbaus besteht.

Quelle/ Info
Dankeskirche auf wikipedia.org
Bartning-Notkirchen auf wikipedia.org

London (UK), Welsh Presbyterian church

Bauzeit: 1888
Standort: 136 Shaftesbury Avenue
Architekt: James Cubitt
Konfession: presbyterianisch

Nach 15 Jahren Leerstand, eröffnet 1985 „the Limelight“. Wie das legendäre New Yorker limelight (ebenfalls eine umgenutzte Kirche) wird auch das Londoner zwei Jahre später von Peter Gatien gegründet. Gäste sind unter zahlreichen Prominenten Boy George and Duran Duran.
2003 erfolgt die Umnutzung zur Sportbar „the Walkabout“, einer australischen Gastronomiekette.
In der Folgezeit bleibt das Gebäude ungenutz und wird zeitweilig besetzt.
2011 erwirbt ein anonymer Käufer die Kirche für 8.25 millionen Pfund, mit der Absicht, das Gebäude als Performance art Bühne unter der Ägide der Wohltätigkeits-Gesellschaft „Stone Nest“ zu nutzen.
Derzeit (2018) wird die Kirche über die Eventplattform locationhouse.co.uk als Veranstaltungsort genutzt und firmiert im Angebot unter „The Welsh Chapel“.

KInfo/ Quelle:
stonenest.org
The welsh chapel auf locationhouse.co.uk

New York City (USA), Holy Communion Episcopal Church

Bauzeit: 1844-1846 (Gothic Revival style, brownstone building)
Standort: 656-662 Avenue of the Americas at West 20th Street
Architekt: Richard Upjohn
Konfession: Episcopal Church of the Holy Communion

Nach Gemeindefusion wurde das Gebäude zunächst an die Lindisfarne Association’s vermietet. Die Kirche diente von 1976 bis 1979 als Kulturzentrum. Mit Auflösung des Standortes erfolgte die Rückgabe an die Gemeinde, die vermutlich um 1980 die Kirche an das Drogen Rehabilitationscenter „Odyssey House“ verkaufte, welches nach nur kurzer Zeit abermals die Kirche verkauft.
1983 eröffnet „The Limelight“, legendärer danceclub des damaligen „King of New York Clubs“ – Peter Gatien (*1952). Gatien war ebenfalls Betreiber des gleichnahmigen Londoner Clubs, auch hier eine umgenutze Kirche, sowie zahlreicher Clubs gleichen Namens in anderen US amerikanischen Städten.
Bis Ende der 1990er Jahre war die Kirche Ort für extravagante Parties unter der New Yorker Prominenz, bis sie zunehmend als Drogenumschlagplatz in die Schlagzeilen kam. Eine Verurteilung des Mordes von Gatiens Partner, Michael Alig, führte schließlich zum Aus des Limelight.
Die Kirche diente in diesen Dekaden ebenso also Filmkulisse (Basic instinct sowie Serien).

2003 eröffnet abermals ein Club namens Avalon, bis die Clubära schließlich 2007 zum erliegen kommt.
Im Mai 2010 beginnt, mit Einrichtung von 60 Verkaufsständen in der Kirche, eine vier Jahre dauernde Nutzung als Markthalle „Limelight Marketplace“.
2014 beginnt die bis heute währende Nutzung als Fitnessstudio „David Barton Gym“. Im Juni 2017, nach Insolvenz erfolgt eine Wiedereröffnung des Fitnessstudios „Limelight Fitness“.

Info/ Quelle:
The Limelight auf en.m.wikipedia.org
Church of Holy communion auf en.m.wikipedia.org
– 2011 enstand eine Dokumentation über das Limelight der 1980er und 1990er Jahre.