Hamburg Bahrenfeld, Paul-Gerhard-Kirche

Bauzeit: 1954/56
Architekt: Otto Andersen (Erbauer zahlreicher Kirche in Hamburg und in Schleswig-Holstein)
Standort: Bahrenfelder-Steindamm / Bei der Paul-Gerhard-Kirche
Konfession: evangelisch lutherisch

2005 wird erstmals eine Kirchenschließung erwogen.
2008 Nach einem ‚Hearing‘ mit Teilnehmern der Gemeinde wurde eine Werbeagentur mit der Erarbeitung einer Öffentlichkeitskampagne beauftragt. Mit dem Slogan ‚Schmeiß Deine Kirche nicht weg‘, wurde nicht nur die Öffentlichkeit auf die Situation aufmerksam gemacht, sondern sie war zudem Beginn zur Öffnung der Gemeinde in den Stadtteil. Insbesondere die Öffnung des Kirchengeländes in den öffentlichen Raum, sowie der Abbau des Grundstückszauns und die Aufstellung von Bänken, setzten erste Zeichen.
2011 führte das Architekturbüro Garbe aus Hamburg den Umbau durch: unter anderem entstand im Glockenturm eine Kletterwand. Die Nutzung nicht nur des Turmes, sondern auch die Nutzung der Kirche selbst, findet seither in intensiver Zusammenarbeit mit der Max-Brauer-Schule statt. Der Kirchenraum steht zweimal wöchentlich Schülern der benachbarten Schule als Raum der Stille und für Gesprächmöglichkeit mit Pastoren und/ oder Lehren offen. Die Paul-Gerhardt-Gemeinde gewann im August den Preis der Stiftung KiBa 2011 für ein innovatives Modell der Nutzungserweiterung von Kirchengebäuden (25.000 EUR Preisgeld).
Der Lichtkünstler Michael Batz (Außenbeläuchtung des Reichstags sowie Schloß Bellevue in Berlin ) entwickelte zudem ein augenfälliges Beleuchtungskonzept für das Äußere der Kirche.
Im Januar 2012 fand die Einweihung statt. Eine Jugendlounge sowie ein Bistro auf dem Geländer vor der Kirche sind in Planung.

Info/ Q:
Paul-Gerhard-Gemeinde
– O. Andersen auf Wikipedia
Lichtkünstler Michael Blatz bringt u.a. auch das Licht an den Reichstag in Berlin
Stiftung KiBa
Lit.: Soeffner, Knuth, Nissle: Dächer der Hoffnung. Kirchenbau in Hamburg zwischen 1950 und 1970.

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Borken (NRW), Josefskirche

Bauzeit: 1957 als Kasernenkirche der Hendrik-de-Wynen-Kaserne
Standort: Josefstrasse 1
Architekt:
Konfession: römisch katholisch

2006 Mit Schließung der Kaserne wurde die Kirche obsolet
2007ff Planungen zur Umnutzung sowie Umbau der Kirche zum örtlichen Jugendhaus (Umbaukosten 3,9 mio EUR)
2009 Eröffnung des Jugendhauses Borken – Jugendwerk Borken e.V.
Nutzung: Internetcafé, Musikraum, Töpferei und Werkstatt, Bühne, Tanzfläche, Kletterwand im Turm.

Quelle/ Info:
Jugendhaus-Borken.de

Mönchengladbach-Waldhausen, St.-Peter

Bauzeit: 1932/33
Standort : Nicodemstraße 36
Architekt: Clemens Holzmeister auf wikipedia.org
Konfession: römisch katholisch

seit July 2007 geschlossen
2010 im April erfolgt die Wiedereröffnung als Kirche mit Kletterwand, eine sog. Kletterkirche inklusive Empfang, Duschen, Umkleiden und Gastronomie. Sie gilt als erste Kletterkirche Deutschlands. In den Niederlanden eröffnete bereits 1992 eine Kletterkirche in der Amsterdamer Sint Josephkerk.
Betreiber der Kletterhalle sind Simone Laube und Klaus Fasbender (10 Jahres Mietvertrag).
Firma „on top“ (Wesseling): Einbau der Kletterwände
Beratende Architekten: Ledwig und Spinnen
Weitere Kletterkirche siehe Essen, Hamburg und Borken.

Info/ Quelle:
Fotos auf Kletterkirche.de
– Eigentümerin ist die Gemeinde St. Anna
Kirche im Bistum Aachen

Artikel:
Umnutzung von Kirchen. Klettern statt Knien. Auf Deutschlandfunk.de 18.07.2017