Aachen, St. Paul

Bauzeit: um 1339, 1822 Neubau durch Schinkel
Standort: Jacobstraße
Architekt: Schinkel und Cremer
Konfession: römisch katholisch, Dominikanerkloster

Seit 2009 ist St. Paul profaniert. Bis zum Beginn der Umbauarbeiten 2016 wude die Kirche u.a. als Veranstaltungsort und Konzertstätte genutzt. Im September 2018 fand die Eröffnung des Aachener Diözesanarchivs statt, welches sich in einem eigens dafür eingebauten Betonkubus, innerhalb des Kirchenschiffs befindet. Ähnlich wie in anderen Kirchen, ist der Neubau von außen nicht zu erkennen und als sogenannte „Haus-in-Haus“ Lösung umgesetzt worden.

Info/ Quelle:
– Diözesanarchiv Aachen archiv.kibac.de
– franziska-aachen.de
Neue Ideen und frische Luft für ehemalige Pfarrkirche St. Paul. 28. September 2010, Aachener-zeitung.de
– Entwurf – http://arch.rwth-aachen.de/go/id/bbvz

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Nürnberg, St. Martha

Bauzeit: 1356-1360
Standort: Königstr. 79
Architekt:
Konfession: römisch katholisch

1526 im Zuge der Reformation erfolgt die Schließung sowie die profane Nutzung der Kirche.
1572 bis 1620 dient das Gebäude als Singschule und Versammlungsraum der ‚Nürnberger Meistersinger‘ sowie für Theateraufführungen.
Nach Verbot der Schauspielerei in der Kirche 1614 erfolgt die Sanierung der Kirche und schließlich 1627 die Wiedereinführung der gottesdienstlichen Nutzung.
Bereits im 16. Jh. hatten niederländische Kaufleute vor den Toren der Stadt ihren Gottesdienst abgehalten, dazu kamen die verfolgten niederländischen Calvinisten, welche seit dem 17. Jh. auch in Bayern Schutz suchten.
Erst 1800 überläßt die Stadt den Calvinisten bzw. der reformierten Gemeinde schließlich St. Martha.
Eine ungarisch reformierte Gemeinde nutzt seit 1945 den Gemeindesaal, bis diese 1993 mit der reformierten Gemeinde fusioniert.
Im Juni 2014 brennt die Kirche samt Dachstuhl völlig aus.(2)
Nach ihrem Wiederaufbau soll die Kirche neben Gottesdiensten ebenfalls als Vesperkirche sowie als Konzertkirche dienen.(3)

Quellen:
(1) Geschichte der Kirche auf stmartha.de
(2) Millionenschaden nach Feuer in der St. Martha Kirche in Nürnberg – Artikel auf infranken.de (05.06.2014)
(3) Ausgebrannte St.-Martha-Kirche: Nutzung als Vesperkirche angedacht – Artikel auf infranken.de (27.03.2015)
Info:
St. Martha auf nuernberg.bayern-online.de

Heidenheim a. d. Benz, Schlosskirche Schloss Hellenstein

Bauzeit: 11 Jh. Burg, 1537-1544 Kirche, 1593 Schloß
Standort: Schloss Hellenstein
Architekt: Heinrich Schickhardt
Konfession: evangelisch

1797 wird die Burg Hellenstein zum Abbruch freigegeben.
1901 eröffnet in der ehemaligen Schlosskirche das Heimatmuseum des Heimat- und Altertumsverein. Bereits ein Jahr vorher war dort die Sammlung heimatkundlicher und kulturhistorischer Gegenstände ausgestellt worden.
Gegenwärtig bildet die Schlosskirche als Teil der Ausstellung im ‚Museum Schloss Hellenstein‘ die Abteilung ‚Kirchenkunst im Kirchenraum‘. Auf Grund Ihrer guten akustischen Verhältnisse dient die Kirche ebenfalls als Konzertstätte im Rahmen der Konzertreihe ‚Museumsmusik.(1)

Fundort: Dehio, Baden Württemberg 1997, 1964.
Quelle/ Info:
(1) Museum Schloss Hellenstein auf heidenheim.de

Nörten-Hardenberg-Angerstein (LK Northeim), Zur göttlichen Vorsehung

Bauzeit: 1965-67
Standort: Plesseblick 25
Architekt: Tippkemper (Oelde)
Konfession: römisch katholisch

1963 beginnt der Bau der Siedlung Neu-Böseckendorf am Rand von Angerstein für die Bewohner aus Böseckendorf, von wo sich 1961 die größte Massenflucht über die innerdeutsche Grenze ereignet hatte.(1)
2003 erfolgt die Profanierung der Kirche, sowie ihre Übertragung an die Jugendinitiative Angerstein e.V (JiA), seither Nutzung als Jugendkulturzentrum u.a. für Kurse, Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen sowie für private Zwecke mietbar.

Fundort: Liste der profanierten Kirchen im Bistum Hildesheim auf wikipedia.org
Info/ Quelle:
Zur göttlichen Vorsehung auf wikipedia.org
– Website: Jugendinitiative Angerstein
________
(1) Böseckendorf – Die Nacht, in der ein Dorf verschwand. auf wikipedia.org

Hildesheim, Jakobikirche

Bauzeit: 1503-14
Standort: Jakobikirchgasse
Architekt:
Konfession: römisch katholisch

seit 1542 evangelisch lutherisch
Seit 2011 leerstehend. Die Kirche diente zeitweilig als sogenannte Citykirche als Konzert- und Ausstellungskirche.
2014 Planungen zur Eröffnung der Kirche als Literaturhaus sind für das 500. Refirmationsjubiläum im Gange.(*) Das Projekt soll aus Mitteln des Fonds ‚Kulturarbeit in Kirchen – Kulturkirchen unter dem Dach der Hanns-Lilje-Stiftung‘ (kultur-kirche.de) finanziert werden (*)

Quelle/ Info:
– (1) Neu-Turm erst zu 500 Jahre Luther. Artikel am 25.07.2014 auf hildesheimer-allgemeine.de
landeskirche-hannovers.de
hanns-lilje-stiftung.de

Hildesheim, St. Paulus

Bauzeit: ca. 1480
Standort: Neue Str. 21
Architekt:
Konfession: römisch katholisch (Dominikaner)

1543-1806 evangelisch lutherisch, seitdem über 170 Jahre profan genutzt, bzw. ungenutzt.
1821 kauft die Hannoversche Klosterkammer die leer stehende Kirche von der Stadt und vermietet diese als Kornmagazin (1)
Bis 1870 dient die Kirche vorrübergehend als Exerzierhalle für das 79er Regiment, bis 1870 die Stadt das Gebäude zurückkauft.
1869, mit Gründung des Kulturvereins ‚Union‘ wir die Kirche in einen Festsaal umgewandelt und im Oktober 1870 als ‚Konzert- und Gesellschaftshaus‘ eingeweiht. Als Stadthalle dient das Gebäude bis zu seiner Zerstörung im zweiten Weltkrieg, und ist bis dahin der Mittelpunkt des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens Hildesheims.(1)
1954 kommt es zu Erwägungen, Stadtbücherei und Stadtarchiv in der Pauluskirche unterzubringen. Dipl.-Ing. Boysen liefert Entwürfe: … „nach dem das Erdgeschoss des Langschiffes die Ausleiheräume (Freihand) der Erwachsenen- und Jugendbücherei, der geräumige Chorraum im Untergeschoss den Lese- und Benutzersaal, darüber einen großen Vortrags- und Ausstellungsraum aufnehmen sollte. Der hohe Raum über dem Langschiff sollte durch Einziehen von mehreren Zwischenböden als Magazin ausgebaut werden, das groß genug war, die gesamten Bestände des Archivs und der Bibliothek aufzunehmen und noch viele Zugänge künftiger Jahre dazu. Die Diensträume für die Verwaltung sollten in einem modernen Anbau an der Paulinerstraße, einer stumpf verlaufenden Sackgasse, untergebracht werden.(2)
1956 erhält die Kongregation der Barmherzigen Schwestern durch einen Grundstückstausch mit der Stadt das unmittelbar an das Mutterhaus angrenzende Ruinengrundstück. Pläne zum Abbruch der Ruine werden aus denkmalpflegerischen Gründen von der Stadt abgelehnt. Die Kirche bleibt bis Ende der 1970er Jahre ungenutzt und verfällt.
1979-82 beginnen, mit Unterstützung der Stadt und des Landkreises Hildesheim, Umbautätigkeiten der Kirche zu einem Altenpflegeheim nebst Anbauten, wobei der Chor als katholische Kirche wiederbelebt wird. Die Arbeiten werden von dem Hildesheimer Architekten Franz Sommer ausgeführt.

Fundort:
– Dehio Bremen Niedersachsen, 1977/1992.
– Kunstdenkmale der Prov. Hannover 1911

Quelle/ Info:
– (1) Artikel zum 30 jährigen Jubiläum: Altenpflegeheim St. Paulus Jahre zeitgemäße Pflege hinter historischer Fassade (Vinzenz inform, Mitarbeiterzeitung: 18. Jg, Nr.65, 1/2012)
– ebenda: …aph_st_paulus_30_jahre.pdf
– (2) Rudolph Zoder: Das Stadtarchiv Hildesheim von den Anfängen bis zur Gegenwart. In: Alt-Hildesheim, Heft 37, 1966, S. 1-11 – Artikel online auf hildesheim.de
– zur Website der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Hildesheim

Essen, St. Engelbert

Bauzeit: 1934-37
Standort: Fischerstr. 2-4
Architekt: Dominicus Böhm
konfession: römisch katholisch

Seit 2007 ist die Kirche ungenutzt.
Im Januar 2008 wird die Kirche profaniert.
2011: Nach Umbau im Innenbereich nutzt und unterhält der Verein ‚ChorForum Essen‘ die Kirche, neben Chorveranstaltungen steht sie ebenfalls für Ausstellungen zur Verfügung.

Info/Quellen:
– Website des Chorforum Essen chorforum-essen.de
St. Engelbert auf chorforum-essen.de
St. Engelbert auf wikipedia.org

Nürnberg, St. Katharinen

Bauzeit: 1297 (geweiht)
Standort: Am Katharinenkloster 6
Architekt:
Konfession: römisch katholisch (Dominikanerinnen)

1596 wird das Kloster nach Erlöschen der Klostergemeinschaft aufgelöst.
Bis 1620 dienen die Klostergebäuede als Versammlungsraum für die Nürnberger Meistersinger, welche seitdem bis 1778 auch die Klosterkirche selbst nutzen. Das KLoster stand noch einmal in den Revolutionstagen von 1848, als politischer Versammlungsort im Fokus und diente auch immer wieder kulturellen Zwecken, wie Ausstellungen: Nicht nur finden ab 1887 wieder regelmäßig Musikveranstaltungen ihn der Kirche statt, 1938/39 kommt es auf Weisung Hitlers auch zur Präsentation der Reichsinsignien.
Bis Kirche und Kloster schließlich bei einem Luftangriff völlig Zerstört werden, und erst mit dem ersten Open-Air-Konzert 1969 die Ruine wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerät.
1970/71 erfolgt schließlich die Sicherung des Gebäudes für eine dauerhafte Nutzung als Konzertstätte.

Info/ Quelle:
St. Katharina auf wikipedia.de
‚Kultur in der Katharinenruine‘ auf altstadt-sued.de

München, Allerheiligen Hofkirche

Bauzeit: 1826-37 (erster Kirchenbau in Bayern nach der Säkularisation 1803)
Standort: Residenzstraße 1
Architekt: Leo van Klenze (Hofarchitekt Ludwig I.)
Konfession: katholisch

Zerstört im 2. Weltkrieg, konnte ein Abbruch der Kirche durch Proteste aus Bevölkerung 1964 verhindert werden.
von 2000-2003 fanden Umbau- und Instandsetzungsarbeiten durch das Architekturbüro Guggenbichler und Netzer statt. Seither ist der Kirchenraum wieder öffentlich zugänglich und dient heute als Konzert- und Veranstaltungsraum.

Fundort: Allerheiligen Hofkirche auf herrmanns.wordpress.com
Info:
Allerheiligen auf residenz-muenchen.de
Allerheiligen-Hofkirche auf wikipedia.org

Halberstadt, Martinikirche

Bauzeit: um 1300
Standort: Martiniplan
Architekt:
Konfession: evangelisch lutherisch

Seit Bau der Doppelturmanlage, ist diese im Besitz der Stadt und diente ihr als Wachturmanlage. Noch heute städtisches Eigentum, werden die Türme heute von der Kirchengemeinde unter dem Namen ‚Westwerk Jugendkirche‘ genutzt.
Die berühmte Barockorgel der Kirche wurde in den 1590er Jahren ursprünglich für die Schlosskapelle des Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel in Gröningen (12km nö von Halberstadt) gebaut, 1770 kam Sie nach Schenkung durch Friedrich II. in die Martinikirche (das Schloß war bereits stark verfallen). Die Orgel galt unter Zeitgenossen als Weltwunder der Orgelbaukunst. Die heute in der Kirche stattfindenden Konzerte werden nicht auf der Beckorgel gespielt, da diese sich in einem desolaten Zustand befindet (Q: praetorius-beckorgel.de)
1989 wird die Kirche auch als Versammlungsraum des ‚Neuen Forums‘ genutzt.
Als Wahrzeichen der Stadt, steht die Kirche neben Gottesdiensten in Mehrfachnutzung für Konzerte, Theater und Ausstellungen zur Verfügung.
Nachwievor gibt es Bemühungen die Beckorgel zu Sanieren sowie neue Nutzungskonzepte zu für die Kirche zu entwickeln.

Info:
Martinikirche auf Wikipedia
Martinikirche auf ev-kirche-halberstadt.de
praetorius-beckorgel.de