Münster, Observantenkirche

Bauzeit: 1687-98
Standort: Schlaunstraße, Ecke Rosenstraße.
Architekt:
Konfession: römisch katholisch, Franziskaner

1811/12 das Kloster wird Säkularisiert und geht in den Besitz des preußischen Militärfiskus über. Die Ausstattung der Kirche wird versteigert, die Kirche steht bis 1819 leer.
Nach 1819 Abbruch des Kirchenportals, des Turms sowie der Sakristei. Zudem erfolgt der Einbau einer Zwischendecke, mit Nutzung des EG als Pferdestall. Infanterie bis WK,
Seit 1940 Eingentum der Stadt.
Seit 1920 Lager für Kulissen (Requisitenkammer) des Stadttheaters (Foto! bei Geisberg Westfalen 1941)
Nach Zerstörung und Wiederaufbau in den 1940er/50er Jahren wird die Kirche seit 1961 als evangelische Universitätskirche sowie als Konzertstätte der Universität genutzt.
2015 ist eine grundlegende Sanierung der Kirche in Planung, (‚voraussichtlich 1,7 Millionen Euro, trägt das Land, in dessen Sondervermögen sich die Kirche befindet.'(1))

Quelle/ info:
Lit.: Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Bd. 41. Die Stadt Münster, Bd. 6: Die Kirchen und Kapellen der Stadt ausser dem Dom. Geisberg, Max. – Münster (1941)
Web:
Observantenkirche auf wikipedia.org
Observantenkirche auf ubbenhorst-architekten.de
(weitere) Kirchen im Besitz des Landes NRW auf mbwsv.nrw.de
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(1) Westfälische Nachrichten – wn.de : Land zahlt die Sanierung Geld fließt für Observantenkirche (18.12.2014)

Düsseldorf, Kreuzherrenkirche

Bauzeit: 1445
Standort: Ursulinengasse, Ecke Ratinger Straße.

1811 Kloster aufgehoben
1812 Kirche profaniert, Nutzung u.a. als Pferdestall, Munitionsdepot (Montierungsdepot bis 1894): Einbau einer Zwischendecke.
um 1900 Erwägungen zum Umbau zu einer Garnisonskirche
bis 1957 Finanzamt
1958 Rückgabe an das Kölner Erzbistum
1960-1968 Rückbau und Rekonstruktion des Zustands vor dem 19. Jh.
1990 Schulkirche und Aula des St.-Ursula-Gymnasium

Info: St. Ursula Gymnasium

Berlin-Spandau, Moritzkirche


Bauzeit: 13./ 14 Jh. (Moritzstr. 18-21/ Kinkelstr. 42-44 (west. Ende, Ehm. Jüdenstr.)

1545 Kornboden/ 1656-57 Wiederherrst. d. längere Zeit nicht mehr genutzten K./ 1806 profaniert (Franz. Truppen)/ 1836 Umgebau/ 1920 Abbr. (BusB 1997)
1543: Die Kirche wird bereits 1543 als ‚alte Pfarrkirche‘ genannt.
Ab 1545 diente der Dachboden (Aufstockung der Kirche) als Kornmagazin und nach allmählichem Verfall als Bettlerherberge
Die Kirche soll sogar in Gänze zu einem »Kornhauss St. Mauritienkirch« eingerichtet worden sein, wie aus einer Kämmereirechnung von 1546 hervorgeht. Der Abbruch des Dachreiters im gleichen Jahr und die Übertragung der Glocke 1552 aus der Moritzkirche in die Henningsdorfer Kirche sprechen für die Nutzung der gesamten Kirche als Kornspeicher.
1656-57 Instandsetzung zu kirchlicher Nutzung ursprgl. für die reformierte Gemeinde, schließlich 1659 Nutzung als Garnisonskirche (Altar aus der Gertraudenkirche)
1686 ist abermals von der ”wüsten Kirche … in der Jüden Strasse” die Rede.
18. Jh. überwiegend kirchliche Nutzung:
– 1716-21 Nutzung für Gottesdienste von Zuchthaus-Gefangenen sowie der Garnison
– 1750 Interimskirche der reformierten Gemeinde (Neubau Johanniskirche)
– 1768 siedelt eine Kaserne (Kompagnie vom Regiment Königin Elisabeth) auf dem ehemaligen Kirchhof der Kirche an
– Seit 1784/85-1806 Lazarett für das Regiment zu Fuß in der Moritzstraße 9
1806-13 Franzosen richten erst ein Schlachthaus und später, wie die preuß. Truppen nach ihnen, ein Fouragemagazin ein (frühere Bez. für Truppen- u. Pferdeverpflegung,(fourage/fuerre = Viehfutter)).
1826 Katholische Gemeinde meldet Kaufinteresse an.
1836-1919 Garde-Reserve Infanterie Regiment übernimmt das Gelände einschließlich Kirche. Die Kirche wird als Exerzierhalle, später als Kaserne genutzt
1920 Abbruch der Kirche
heute Bodendenkmal: Viktoria-Ufer (südlich von Nr. 23), Friedhof und Fundamentreste der ehemaligen
Moritzkirche, 15.-17. Jh. Jüdenstraße

Q:
– Gunther Jahn in: die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Spandau, Berlin 1971
– W. Schall: Urkundliche Nachrichten zur Geschichte der Garnison u. Garnisonsgemeinde in Spandau. Aus gedruckten und ungedruckten Quellen gesammelt. Spandau-Berlin 1888
– Otto Kuntzemüller: Geschichte der Stadt und Festung Spandau. Spandau 1881
– Hans-Herbert: Die ehemalige Moritzkirche zu Spandau. In: Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte 13 (1962), S.59