Limburg, St. Michael (Friedhofskapelle und Beinhaus)

Bauzeit: 13. Jh.
Standort: auf dem alten Friedhof, nördlich des Limburger Doms am Domplatz
Architekt:
Konfession: katholisch

Seit Mitte des 14. Jh. fungiert das Untergeschoß als Beinhaus.
Mit Ausbau des Daches 1617 kommt es darin zur Nutzung als Fruchtspeicher.
Mit Säkularisierung des gesamten Stiftsgeländes, geht die Kapelle 1835 als Schenkung von der nassauischen Landesregierung an die Stadt Limburg.
Von 1857-1907 erfolgt die Nutzung des Obergeschosses als Wohnung für den städtischen Totengräber.
Die Kapelle ist heute Eigentum des bischöflichen Ordinariats des Bistums Limburg (Verena Fuchß: Kulturdenkmäler in Hessen: Stadt Limburg. S. 233f.). Gegenwärtig ist die Kapelle vermutlich ungenutzt, vielleicht leerstehend. Im übrigen liegt St. Michael keine 100 Meter Fußmarsch von St. Maria entfernt, der Privatkapelle des Bischofs Tebartz-van Elst.

Info und Fundort:
St. Michael auf Wikipedia
Domareal auf der Karte von wikimapia.org

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Limburg, St.-Johannes-Kapelle

Bauzeit: 1322/24
Standort:
Architekt:
Konfession: katholisch (Zisterzienser)

1802 dient die Kapelle zunächst als Salzmagazin und Getreidespeicher, ab 1822 als Lager für Selterswasser.
Ab 1831 wird der evangelisch-unierten Gemeinde die Kapelle überlassen, bis zu ihrem Umzug in den Neubau von 1867. Nutzungsnachfolgerin ist die jüdische Gemeinde, welche die Kapelle als Synagoge nutzt.
Seit 1903 richtet das Landratsamt ein Aktenlager in der Kapelle ein.
Ab 1948 findet, mit Einzug der Altlutheraner, wieder Gottesdienst in ihr statt.
2002 kaufen die Selbständigen Evangelisch-Lutherischen St. Johannes-Gemeinde (SELK) die Kapelle, von der Sie bis heute genutzt wird.

Fundort:
St.-Johannes-Kapelle auf Wikipedia

Info:
selk-limburg.de
– Lageplan und Fotos der Kapelle auf denkxweb.denkmalpflege-hessen.de

Aachen, St. Michael/ Kirche des Jesuiten Collegium

Bauezeit: 1628
Strandort: Jesuitenstraße

1773 Aufhebung des Klosters und Schließung der Kirche
um 1800 (Franzosenzeit) diente die Kirche als Getreidemagazin
1804 wurde St. Michael eine Pfarrkirche.
Seit 1987 Verkauf an die griechisch-orthodoxe Gemeinde St. Dimitrios, Umbau des Chorraums, Aufstellung einer Ikonostase.
2000ff Die Kirche wird auch als Konzertstätte genutzt.
Auch ökumenische Gottesdienste finden statt.

Siehe auch: Aachen, St. Franziskus

Q: St. Michael auf wikipedia.org

Rostock, St. Katharinenkirche

Bauzeit 13.-14. Jh.

1534 Auflösung des Klosters
1624 Einrichtung eines Waisenhauses
1677 bei Stadtbrand Kirche bis auf den Chor fast vollständig zerstört
Ende 17. Jh. Bereits als Speicher ausgebaut
1806/07 Lazarett während französischer Besetzung
1825 zum St. Katharinenstift umgebaut – bis ins Dach mit vier Wohn- u. drei Speichergeschossen ausgebaut. Polygonaler Chorschluß im Osten bleibt sichtbar.
bis 1990 als Altenheim genutzt
1995 Umbau durch Architekturbüro Braun & Voigt, Frankfurt/Main
1998 Eröffnung der Hochschule für Musik und Theater

Fundort: Dehio, MV 2000
Info: http://www.hmt-rostock.de/
Foto: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ec/Rostock_HMT3.jpg

Lübeck, Kapelle Maria zum Stegel

Bauzeit: 15. Jh. (Mengstraße/Schüsselbuden)

1529ff Jahrzehnten Nutzung als Leichenhaus
1640-1773 zunächst sechs Jahre Vermietung an den Buchhändler Lorenz Rauch, dann an verschiedene Buchhändler.
1791-1796 Nutzung durch Jürgen Ramm, Schreiber der Hamburger Post
1796ff Leerstand
1803-1804 als Lagerraum an Gewandschneider und Vorsteher von St. Marien Dietrich Stolterfoht vermietet.
1805 Lagerhaus (Vermauern der gotischen Fenster, zwei Zwischenböden, Einbau eines Erkers mit Kranwinde am Chordach)
1825-1836 Nutzung als Speicher durch Senator Conrad Platzmann.
bis 1855 Büro der Städtischen Brandkasse.
1855 dient seiher der Kirche als Lager für Baumaterialien.
1927 Buchhandlung sowie für Gemeindezwecke der St.-Marien-Gemeinde umgebaut.
1942ff Zerstörung, Ruine
1967 Abriss.
1970er Wiederaufbau des Granitsockel fünf Meter verschoben (an die Marienkirche)

Info:
http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_am_Stegel
http://www.hanseschiff-luebeck.de/Zeitpunkte/MariaStegel.html
Foto: http://www.luebeck-im-bild.de/Willkommen/Ubersicht/Luftbilder/luftbilder.html

Berlin-Spandau, Moritzkirche


Bauzeit: 13./ 14 Jh. (Moritzstr. 18-21/ Kinkelstr. 42-44 (west. Ende, Ehm. Jüdenstr.)

1545 Kornboden/ 1656-57 Wiederherrst. d. längere Zeit nicht mehr genutzten K./ 1806 profaniert (Franz. Truppen)/ 1836 Umgebau/ 1920 Abbr. (BusB 1997)
1543: Die Kirche wird bereits 1543 als ‚alte Pfarrkirche‘ genannt.
Ab 1545 diente der Dachboden (Aufstockung der Kirche) als Kornmagazin und nach allmählichem Verfall als Bettlerherberge
Die Kirche soll sogar in Gänze zu einem »Kornhauss St. Mauritienkirch« eingerichtet worden sein, wie aus einer Kämmereirechnung von 1546 hervorgeht. Der Abbruch des Dachreiters im gleichen Jahr und die Übertragung der Glocke 1552 aus der Moritzkirche in die Henningsdorfer Kirche sprechen für die Nutzung der gesamten Kirche als Kornspeicher.
1656-57 Instandsetzung zu kirchlicher Nutzung ursprgl. für die reformierte Gemeinde, schließlich 1659 Nutzung als Garnisonskirche (Altar aus der Gertraudenkirche)
1686 ist abermals von der ”wüsten Kirche … in der Jüden Strasse” die Rede.
18. Jh. überwiegend kirchliche Nutzung:
– 1716-21 Nutzung für Gottesdienste von Zuchthaus-Gefangenen sowie der Garnison
– 1750 Interimskirche der reformierten Gemeinde (Neubau Johanniskirche)
– 1768 siedelt eine Kaserne (Kompagnie vom Regiment Königin Elisabeth) auf dem ehemaligen Kirchhof der Kirche an
– Seit 1784/85-1806 Lazarett für das Regiment zu Fuß in der Moritzstraße 9
1806-13 Franzosen richten erst ein Schlachthaus und später, wie die preuß. Truppen nach ihnen, ein Fouragemagazin ein (frühere Bez. für Truppen- u. Pferdeverpflegung,(fourage/fuerre = Viehfutter)).
1826 Katholische Gemeinde meldet Kaufinteresse an.
1836-1919 Garde-Reserve Infanterie Regiment übernimmt das Gelände einschließlich Kirche. Die Kirche wird als Exerzierhalle, später als Kaserne genutzt
1920 Abbruch der Kirche
heute Bodendenkmal: Viktoria-Ufer (südlich von Nr. 23), Friedhof und Fundamentreste der ehemaligen
Moritzkirche, 15.-17. Jh. Jüdenstraße

Q:
– Gunther Jahn in: die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Spandau, Berlin 1971
– W. Schall: Urkundliche Nachrichten zur Geschichte der Garnison u. Garnisonsgemeinde in Spandau. Aus gedruckten und ungedruckten Quellen gesammelt. Spandau-Berlin 1888
– Otto Kuntzemüller: Geschichte der Stadt und Festung Spandau. Spandau 1881
– Hans-Herbert: Die ehemalige Moritzkirche zu Spandau. In: Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte 13 (1962), S.59