Bremen, St. Katharinenkirche

Bauzeit: 1253
Standort: Katharinenstr/ Schlüsselkorb.
Architekt:
Konfession: römisch katholisch – Dominikaner

Bereits seit 1597 wird das Kirchenschiff als städtisches Zeughaus genutzt und nach über 220 Jahren 1820 zum Packhaus umgewandelt.
Bis auf den Chor verschwindet 1888 die Kirche unter dem Neubau eines Geschäftshauses an der Ecke Sögestrasse/Schüsselkorb. 1960 wird auch der Chor, nun durch Straßenerweiterung ersetzt.

Info:
St. Katharinenkloster auf wikipedia.org
Zeughaus Bremen auf wikipedia.org

Zeughaus - Bremen
Q: Herbert Schwarzwälder: Bremen im 17. Jahrhundert. Glanz und Elend einer Hansestadt. Edition Temmen, Bremen 1996

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Hannover, Menoritenklosterkirche/ Schlosskirche

Bauzeit: 13. Jh.
Standort: Leinestraße
Architekt:
Konfession: katholisch, ursprünglich Menoritenkloster, (Fanziskaner = Ordo Fratrum Minorum = Minderbrüder -> Minoriten = Barfüßer)

Mit der Reformation in Hannover verlassen die Minoriten 1533 das Kloster und die Stadt. Das Kloster dient fortan bis ca. Mitte de 17. Jh. säkularen Zwecken, die Kirche selbst dient als Zeughaus.(1)
Mit Entwicklung Hannovers zur Residenzstadt und dem damit einhergehenden Bau des ersten Leineschlosses seit 1642, wird die ehem. Minoritenkirche nun teilweise in den Schloßbau integriert. Sonstige Bauteile des Kloster verschwinden im Zuge der Bauarbeiten.
Seit den 1640er Jahren bis um 1800 ist die Kirche offiziell lutherische Schloss- und Hofkirche .
Während der französischen Besetzung Hannovers, wird das Schloss in eine Kaserne mit 3000 Mann umgewandelt, und die Kirche, wenn überhaupt, vermutlich säkular genutzt.
Bereits vor der Annexion Hannovers durch Preußen, Mitte des 19. Jh. hatte sich das Schloss zunehmend zur Heimstatt politischer Institutionen entwickelt. Zwischen 1816 und 1844 finden grundlegende Umbauten des Schlossen durch den Hofarchitekten Georg Ludwig Friedrich Laves statt. Ob und wie weit die Kirche in der ersten Hälfte des 19. Jh. gottesdienstlich genutzt wird, war bisher für diesen Eintrag nicht zu ermittelt.
Spätestens unter preußischer Regentschaft, seit 1866, wandelt sich die Schlosskirche zur Garnisonskirche, bis für diese unierte (lutherische und reformierte) Militärgemeinde 1896 eine größere ev. Garnisonskirche am Goetheplatz fertiggestllt wird.(2)
Nach Zerstörung im zweiten Weltkrieg wird das Schloß 1957 bis 1962 mit Weglassung der Kirche als Landesparlament wiederaufgebaut.

Info:
Minoritenkloster (Hannover) auf wikipedia.org
Leineschloß auf wikipedia.org

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(1) Arnold Nöldeke: Minoritenkloster, in: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover Bd. 1, H. 2, Teil 1, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Theodor Schulzes Buchhandlung, Hannover 1932 (Neudruck Verlag Wenner, Osnabrück 1979, ISBN 3-87898-151-1)
(2) landeskirchlichesarchiv-hannover.de/allgemeines

Göttingen, Paulinerkirche

Bauzeit: 1331
Standort: paulinenstraße
Architekt:
Konfession: katholisch – Dominikaner

1531 dient die Kirche einige Jahre als Zeughaus.
Das Paulinerkloster wird von 1586, insbesondere der Chor, als Pädagogium genutzt.
Seit 1737 bis 1803 ist sie Universitätskirche, danach nutzt die Universitätsgemeinde für kurze Zeit, bis zu ihrer Auflösung, die St. Johanniskirche. Seit 1822 dient offiziell die Nikolaikirche als Universitätskirche.
Aufgrund des beständigen Wachstums der Universitäts Bibliothek, wird eine Erweiterung erforderlich. Nach einigen Erwägungen, auch für den Neubau einer Bibliothek, wird schließlich der Innenraum der Paulinenkirche, nach dem Umnutzungskonzept von Friedrich Weinbrennen hergerichtet. Eine Zwischendecke unterteilt den Raum in eine obenliegende Bibliothek sowie ein darunterliegendes Auditorium.
Als Teil der Niedersächsischen Univ.- und Staatsbibliothek dient die Kirche nach wie vor als Teil der Bibliothek, siehe hier mehr zu den derzeitigen Nutzungsdetaills auf der Seite der Univ. und Staatsbibliothek.

Fundort: Dehio, HB+NDS 1977/ 92

Inof:
Paulinerkirche auf wikipedia.de
Geschichte der Paulinerkirche auf der Seite der Univ.- und Staatsbibliothek Göttingen
– Lit: Göttingen, Geschichte einer Universitätsstadt. Bd. 2, hrsg. von Dietrich Denecke
historische Innenansicht der Paulinerkirche als Bibliothek auf webdoc.sub.gwdg.de

Göttingen, Barfüßerkirche

Bauzeit: 14. Jh.?
Standort: Wilhelmsplatz
Architekt:
Konfession: katholisch – Franziskaner dient das Kloster als Zeughaus.

Seit der Reformation bis in 18. Jahrhundert dient die Kirche als Zeughaus.
Mit Auflösung der Garnison 1762 steht die Kirche vermutlich leer. 1765 geht dies aus der Anfrage der katholischen Gemeinde an den Magistrat hervor, welche die Kirche für ihren Gemeindegottesdienst Nutzung möchte.(1) Dies wird abschlägig beschieden.
Seit den 1780er wird die Kirche als Theatersaal genutzt, auch die Nutzung als Büchermagazin wird erwähnt (2). Karl Friedrich Abt Spielte hier mit seinem Wandertheater ‚Emilia Galotti‘ von Lessing und Schillers ‚die Räuber‘.
1820 verkauft der Magistrat die Kirche an den Bauunternehmer Rohn, welcher 1824 mit Abbruch der Kirche für ein Ball- und Konzerthaus platz schafft (1887 brennt dieses Gebäude ab).

Barfüßeraltar (größter erhaltener gotischer Altar in Niedersachsen) heute im Niedersächsischen Landesmuseum

Fundort: Dehio, HB+NDS 1977
Info:
Bafüßerkirche auf katholische-kirche-goettingen.de
Karl Friedrich Abt auf wikipedia.de
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Fn:
(1) Göttingen, Geschichte einer Universitätsstadt. Bd. 2, hrsg. von Dietrich Denecke, S.594
(2) Chr. Meiners: Kurze Geschichte und Beschreibung der Stadt Göttingen und der umliegenden Gegend. Berlin 1801

Rostock, St. Michaeliskirche/ Fraterhaus und Kirche der Brüder vom gemeinsamen Leben

Bauzeit: 1480 (Wohn- und Arbeitsräume und Klosterkappelle unter einem Dach)

16. Jh. mit Reformation Auflösung des Bruderhauses
Nutzung: Unterbringung von Rostocker Studenten; Zeughaus; Wollmagazin; Getreidelager;
1911 Einbau einer Eisenbetonkonstruktion und Nutzung als Umspannwerk
seit 1942 Ruine
1952-56 Wiederherstellung und Einbau einer Zwischendecke im Kirchenraum
Seit 1950er Jahren evangelisch-methodistische Gemeindezentrum sowie
seit 1990er Universitätsbibliothek im Westflügel

Fundort: Dehio, MV 2000
Info: http://de.wikipedia.org/wiki/Michaeliskloster_(Rostock)

Esslingen a. Neckar, Augustinerkloster

Bauzeit: 1481 (Augustiner-Eremiten seit 1282 in Esslingen)
1526 erster ev. Pfarrer in Esslingen
1531 Beitritt Esslingens in den Schmalkaldischen Bund der Protestanten
1532 Bildersturm, Zerstörung der Innenausstattung der Kirchen
Schließung des Klosters im Zuge der Reformation. Michael Stifel (1511 Priesterweihe im besagtem Kloster), Reformator floh 1522 nach Frankfurt am Main.
1548 Wiedereinführung der kath. Messe
1550 das Kloster wird als städt. Zeughaus genutzt
1551 Wiedereinführung des ev. Gottesdienstes

1688ff Pfälzischer Erbfolgekrieg führt u.a. zur Plünderung des Klosters durch französische Truppen
1701 Stadtbrand, Stadtviertel, einschließlich Rathaus und Augustinerkloster, werden komplett verwüstet.
1705 Abbruch des gesamten Klosters, einziges Überbleibsel: Brunnen an der Augustinerstraße, gespeist durch die Maienwalterquelle.

Fundort: Dehio Süddeutschland 1920, Baden-Württemberg 1964
INfo: ‚Aufbrüche und Abbrüche am Beispiel der Augustiner-Eremiten‘ Stadtführung mit Cityseelsorger Michael Schindler

Minden, St. Johannis

Bauzeit: 12./13. Jahrhundert (Stiftskirche)

seit 1529 evangelische Kirche
seit 1548 katholische Kirche (erst um 1700 wieder Gottesdienst)
18./19. Jh. Abbruch von Querhaus und Seitenschiffen
1796–1801 Getreidemagazin der preußische Armee im Kirchenschiff, Chor gottesdienstl. genutzt
1810 Auflösung des Stifts
Seit 1824 Landwehrzeughaus der preußischen Armee
Von 1945-1957 Notkirche für die katholische Dompfarrgemeinde (Dom im 2. Weltkrieg zerstört)
1957-1970er Warenlager und Leerstand
1973 Gründung der Projektgruppe Johanniskirchhof (Projoki)
1978–1981 Restaurierung und Umgestaltung zum Bürgerzentrum Johanniskirchhof
1983 Nutzungsvertrag zwischen Stadt Minden und Verein Bürgerzentrum Johanniskirchhof e.V.

Info: Kulturzentrum BÜZ http://www.buezminden.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/St._Johannis_(Minden)